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Bauzustand 2017

1957


„… Der Müllermeister Heinrich Lange erbaute 1932 eine weitere Windmühle, der er 1845 (?) eine Holländische Windmühle mit 3 Gängen für Mehl, Graupen und Öl folgen ließ. Diese Mühle, heute als `Düppler Mühle` bezeichnet, war bis zum Jahre 1899 in vollem Betrieb. Sie wurde 1900 demontiert und dient jetzt als Wohnung für eine Familie. Das turmartige Bauwerk liegt auf einem Höhenrücken, ist daher weit sichtbar und kann als ein Wahrzeichen von Olvenstedt bezeichnet werden….“

Festschrift 1957 " 1000 Jahre Olvenstedt" Druck: H.u.G, Hottowitz, Magdeburg Ambrosiusplatz 5 IV-14-3 Ny 0268-57 5000 657 Seite 9

 

Vs muehle 1957 08 30

 

„Zur Geschichte der Düppler Mühle

Im Jahre 1835 wurde die Separation in Olvenstedt durchgeführt. Separation bedeutet Aufteilung der bewirtschaften Flächen insofern, als man früher, also vor der Separation, etwa ein Drittel der Gesamtfläche als Weideland verwendete, während der Rest zur Hälfte beackert wurde und die andere Hälfte  als Brache liegenblieb. Durch die Separation entstand eine neue Einteilung, indem die brachliegende Fläche wegfiel und auch als Acker verwendet wurde. Als Ersatz für die bisherigen Weideflächen wurden Luzerne, Klee und andere Futterpflanzen angebaut.

Durch die Separation wurde dem Handelsmann Heinrich David Festner zu Olvenstedt eine Fläche von 8 ½  Morgen Größe zugeteilt. Dieses Ackerstück lag am Ulrichswege, wie man damals die heutige Olvenstedter Chaussee nannte.

Hinter der heutigen Mühle befand sich damals ein großer Steinbruch, in dem die Gesteine des Rotliegenden gebrochen wurden. In Olvenstedt befanden sich zu dieser Zeit ausgedehnte Steinbruchbetriebe, die ihre Erzeugnisse nach Magdeburg und Umgebung lieferten. Dort wurden die Bruchsteine zum Bau der Häuserfundamente und zur Errichtung der Festungswälle verwandt. Etwa um 1847 wurde durch den Schwiegersohn des David Festner, Müllermeister Lange zu Olvenstedt, der dort bereits eine Windmühle betrieb, die heutige Düppler Mühle in Form eines Holländers aus solchen Bruchsteinen erbaut.

Die übrigen Mühlen in Olvenstedt waren hölzerne Bockwindmühlen. Der Müllermeister Lange rüstete die Mühle mit 3 Mahlgängen aus, führ Mehl, Schrot und Oel. Der Sohn des Meisters Lange kaufte die Mühle mit den zugehörigen Ländereien von seinem Vater für 2000 Taler Gold 2333 Taler Courant. Dieser Lange trat später seinen Besitz an die Familie Zimmermann ab, die die Mühle bis zum Jahre 1899 betrieb. 1900 kaufte der Gastwirt Fahldieck das Mühlengrundstück. Die technische Einrichtung wurde demontiert und das Mühlengebäude für Wohnzwecke und als Aussichtsturm hergerichtet.

1945 wurde diese Mühle ausgebaut und wird seit dieser Zeit von einer Familie, die in Magdeburg ausgebombt war, bewohnt.“

Volkstimme vom 30.08.1957  -  1000 Jahre Olvenstedt